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6. Glöckelberg im Deutschen Reich 1938 – 1945

Vorwort

Mancher Leser wird wohl verwundert sein, wenn er die Berichte über den Einmarsch deutscher Truppen in das Sudetenland liest, wenn er die Fotos jubelnder Männer und Frauen betrachtet. Die Beurteilung der Vorgänge nur aus der Sicht des 21. Jahrhunderts führt zu Fehleinschätzungen und wird der historischen Wahrheit nicht gerecht. Man muss sich in Erinnerung rufen, wie es zu den Pariser Friedensverträgen gekommen ist. Die Nichtanerkennung des Selbstbestimmungsrechtes für die Sudetendeutschen war eine schwere Hypothek für Europa, auch für die junge Tschechoslowakische Republik. Eine bittere Enttäuschung war auch die Nichterfüllung der Zusage, die Republik werde wie eine zweite Schweiz regiert und verwaltet werden. In der Schweiz sind die Nationalitäten Staatsvölker nicht Minderheiten. In der tschechischen Republik waren die Deutschen eine Minderheit, in vielen Belangen benachteiligt und durch eine unverhältnismäßig hohe Arbeitslosigkeit in Not geraten. Wenn daher die Siegermächte 1938 das Münchner Abkommen unterzeichneten, war es eine späte Anerkennung ihres 1918 verweigerten Rechtes und verständlich, dass damals, als die Reichstruppen in das Sudetenland einmarschiert sind, sehr viele –nicht alle- sie mit Jubel begleiteten. Bekannt war auch, dass im Jahr vorher auch honorige österreichische Politiker und Kleriker mit JA zum Anschluss Österreichs gestimmt haben. Nicht bekannt konnte sein, dass die umjubelten Truppen auch nach Prag, nach Polen, Frankreich und Russland weiterziehen mussten. Nicht bekannt war auch alles, was sich in den Konzentrationslagern und anderen Vernichtungsstätten abspielen sollte. Allerdings, es gab Warnzeichen, die leider nur wenige erkannten und beachtet haben.

Die Gedenkbücher, die uns über das Geschehen im Ort Glöckelberg, auch über die Zeit 1938 – 1945 informieren, wurden sehr unterschiedlich geführt. Es fehlt der Chronist Pfarrer Essl, seine Nachfolger sind zurückhaltend und vorsichtig. Der Chronist der Gemeinde kann seine Begeisterung für die „neue Zeit“ nicht verbergen. Beide sollen zu Wort kommen, deshalb werden die zusammengefassten Beiträge aus den Gedenkbüchern getrennt wiedergegeben.

               6.1   Oktober 1938 – Dezember 1938 – Neue Ordnung unter dem Hakenkreuz

               6.2   Das Jahr 1939 – Der Anfang vom Ende – Krieg

               6.3   Das Jahr 1940 – Neue Seelsorger – Die ersten Kriegsfolgen

               6.4   Das Jahr 1941 – Verhaftung des Seelsorgers – Strenger Winter

               6.5   Das Jahr 1942 – Glocken abgeliefert

               6.6   Das Jahr 1943 – Einstellung des Postautoverkehrs

               6.7   Das Jahr 1944 – Viel Schnee – Volkssturm

               6.8   Das Jahr 1945 – Einquartierungen – Schulen gesperrt

 

     Dr. Othmar Hanke
    
othmar.hanke@aon.at

           

Unbenanntes Dokument
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