{"id":114,"date":"2019-12-20T18:48:38","date_gmt":"2019-12-20T17:48:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gloeckelberg.at\/?page_id=114"},"modified":"2024-01-09T12:12:34","modified_gmt":"2024-01-09T11:12:34","slug":"5-7-begebenheiten-ereignisse-1918-1938","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gloeckelberg.at\/?page_id=114","title":{"rendered":"5.7 Begebenheiten \u2013 Ereignisse (1918 \u2013 1938)"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"114\" class=\"elementor elementor-114\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-fadf01b elementor-section-full_width elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"fadf01b\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-7deaaa6\" data-id=\"7deaaa6\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6b0559d elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"6b0559d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-xl\">5.7<br>Begebenheiten \u2013 Ereignisse (1918 \u2013 1938)<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-86418ee elementor-section-full_width elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"86418ee\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-9486690\" data-id=\"9486690\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-37b09a1 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"37b09a1\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4fa1d4b elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"4fa1d4b\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Hilfe aus USA<br \/><\/strong>Im Juli 1919 traf eine amerikanische \u201eKinder-Ern\u00e4hrungskommission\u201c in Gl\u00f6ckelberg ein. Ihr Ziel war es, unterern\u00e4hrten Kindern zu helfen. Die Kinder wurden in den Schulen von Dr. Georg Jilek aus Schwarzbach untersucht. Insgesamt kamen 280 Kinder, davon 92 Kleinkinder im Alter bis 6 Jahre in den Genuss einer Unterst\u00fctzung.<br \/>Aber auch ehemalige Gemeindeangeh\u00f6rige, die nach den USA ausgewandert waren, hatten ihre Heimat nicht vergessen. Im Dezember langte \u00fcber Oberplan eine Kiste und ein Koffer mit\u00a0 Kleidern, meistens M\u00e4dchensachen, ein. An 153 Familien wurden sie verteilt. Absender war der \u201eDeutsch-B\u00f6hmen Bruderbund\u201c von St. Paul in Minnesota. Genannt wurden Josef Hepfingbauer (?), der am 13.2.1869 in Gl\u00f6ckelberg geboren wurde und dessen Bruder Adolf, geb. am 23.4.1877, weiters die Komiteemitglieder Johann Pechmann, Frank Eigler. Die Sendung stellte einen Wert von vielen 1000 Kronen dar.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Hilfe von der Jugendf\u00fcrsorge<br \/><\/strong><br \/>Auch 1923 war man \u00fcber Hilfslieferungen erfreut. Im April langten von der Jugendf\u00fcrsorge Kleidungsst\u00fccke f\u00fcr Kinder ein, die vom Pfarrer in Absprache mit der Gemeinde an 30 arbeitslose und arme Familien verteilt wurden.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Soldat erh\u00e4ngte sich<br \/><\/strong>Eine unangenehme Entdeckung machte am 16. November 1919 ein Sch\u00fcler der zweiten Klasse, von dem uns nur der Vorname Franz \u00fcberliefert ist. Als er in der N\u00e4he der Flachsbrechstube bei Vorderstift seine Notdurft verrichtete, bemerkte er einen tschechoslowakischen Soldaten, der sich auf einen Baum erh\u00e4ngt hatte. Der Soldat geh\u00f6rte zu den \u201eBesetzungssoldaten\u201c, die im Gemeindehaus einquartiert waren.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Moderne Technik<br \/><\/strong>Auch die moderne Technik kam in den Ort. Am 12. M\u00e4rz 1920 legte das tschechische Milit\u00e4r eine Telefonverbindung von ihrer Kanzlei im Hause des Julius Schwarz nach Unterwuldau.<br \/>Am 11. 7. 1920 kommt das \u201eelektrische Licht\u201c\u00a0 nach Gl\u00f6ckelberg und wird zun\u00e4chst in der M\u00fchle, Schmiede und beim Wegscheider in den Alth\u00e4usern eingeleitet. Die M\u00fchle bekam ca. 30.000 \u201eBirnen\u201c, die Kosten beliefen sich auf ca. 30.000 Kronen. Im Jahre 1928 wurde die Glasschleiferei in Josefsthal mit 16 \u201eFlammen\u201c beleuchtet.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Einf\u00fchrung des 24 Stundentages<br \/><\/strong>Mit 1. Juni 1921 wurde bei der Eisenbahn, im Post- und Telegraphenwesen der 24 Stundentag eingef\u00fchrt. \u201e 1 Uhr am Nachmittag hei\u00dft jetzt 13 Uhr\u201c.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ochsen aus \u00d6sterreich?<br \/><\/strong>Am 19. Mai 1920 tauchten in H\u00fcttenhof zwei Ochsen auf, die angeblich in Ober\u00f6sterreich einem Bauern entwichen waren. Beim Schaubschl\u00e4ger, auch \u201eDeutschpeter\u201c genannt, wurden sie in H\u00fcttenhof Nr.3 gefunden, der gab jedoch an, sie von einem Unbekannten gekauft zu haben. Mehr wird nicht \u00fcberliefert.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Volksbund gegr\u00fcndet<br \/><\/strong>Am 31. Oktober 1920 wird im Rahmen einer sehr gut besuchten Versammlung im Gasthof Friedrich Springer in H\u00fct<strong>t<\/strong>enhof eine Ortsgruppe des katholischen \u201eVolksbundes\u201c gegr\u00fcndet. Es sprach der Abgeordnete der Nationalversammlung Dr. Karl Petersilka, Professor am Priesterseminar in Budweis. Obmann wurde Johann Jungbauer, Tischler in H\u00fcttenhof.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Maul- und Klauenseuche<br \/><\/strong>Im November 1920 brach die Maul- und Klauenseuche durch einen aus Unterwuldau beim Gastwirt Friedrich Springer eingestellten Ochsen aus. Durch eine Transportsperre\u00a0 war es m\u00f6glich, die Seuche einzud\u00e4mmen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Mutterberatungsstelle<br \/><\/strong>Im Februar 1921 wird in Vorderstift eine Mutterberatungsstelle eingerichtet. Jeden Donnerstag ab 14 Uhr untersucht der Gemeindearzt von Oberplan Dr. Smitka Kinder kostenlos. Die Kosten trug der Landesverein f\u00fcr Kinderschutz und Jugendf\u00fcrsorge und die F\u00fcrstin.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Kaiser Karl gestorben<br \/><\/strong>Wir folgen hier den Worten des Chronisten: \u201eKaiser Karl ist am 1. April um 11 Uhr 30 Minuten vormittags in seinem Verbannungsorte Funchal auf der Insel Madeira gestorben. Am 5. wurde er dort begraben.\u201c<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Seeh\u00f6he vermessen<br \/><\/strong>Am 1. August 1922 wird die Seeh\u00f6he von Gl\u00f6ckelberg exakt vermessen. Von einem \u201eKnopf\u201c an den Stufen des Pfarrhauses stellt der staatliche Ingenieur eine Seeh\u00f6he von 810, 580 m fest. Wenige Tage sp\u00e4ter vermessen Soldaten die H\u00f6he der umliegenden Berge.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Tollwut<br \/><\/strong>Am 22. Mai kommt es zu einem gro\u00dfen \u201eHundeschlachten\u201c in Josefsthal. Ein Hund war der Frau Reichenberger nach \u00d6sterreich entlaufen und hat mehrere Personen gebissen. Zur Aufkl\u00e4rung kamen Gendarmen aus \u00d6sterreich, etwas sp\u00e4ter der Tierarzt aus Krumau mit einem bewaffneten Waffenmeister, \u201eder die herumlaufenden Hunde erschoss\u201c.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Strohdach<br \/><\/strong>Am 21. Juli 1923 konnte Leo Petschl sein Haus an der Kanalstra\u00dfe in Richtung H\u00fcttenhof mit Stroh eindecken.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Kriegerdenkmal<br \/><\/strong>In den Jahren 1922 und 1923 bem\u00fchte sich eine Theatergruppe durch ihre Auff\u00fchrungen Geld f\u00fcr ein Kriegerdenkmal zusammen zu bringen. Letztlich hatte die Gruppe noch 1.100 K Schulden. Weitere Auff\u00fchrungen wurde der Gruppe unter Androhung einer Arreststrafe verboten. Da nahm sich der Pfarrer und der Gemeindesekret\u00e4r Ernst M\u00fcller der Sache an und bald waren 2.000 K beisammen. Der Steinmetz Anton Vr\u00e1\u017eek aus H\u00f6ritz arbeitete innerhalb von drei Wochen das alte Kaiser Franz Josef Denkmal um. Der Obelisk (Aufsatz) wurde verkleinert, da der Stein durch die Entfernung des Kaisermedaillon abgeschlagen war. Dazu passend wurde auch der Sockel verkleinert und das Monument um 50cm gehoben. Auf die Vorderseite kamen die Namen der 26 Gefallenen aus Gl\u00f6ckelberg, auf die Ostseite 14 aus Josefsthal, auf die Westseite 14 aus H\u00fcttenhof. Bezahlt wurden 2.700 K. Bei herrlichem Wetter fand die Gedenkfeier am 23. September 1923 statt. Die Festrede hielt der Abgeordnete Dr. Petersilka,. Der Gedenkstein sei ein Trauer- und Mahnstein f\u00fcr den B\u00f6hmerwald. Nach sechs Jahren, im Juli 1929, wurden die Namen der Gefallenen mit Lackfarbe renoviert.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Feuerwehrspritze und Jubil\u00e4um<br \/><\/strong>Am 7. J\u00e4nner 1926 traf in H\u00fcttenhof eine neue Feuerwehrspritze von der Firma Czermak in Teplitz ein, Wert \u00fcber 7.100 Kronen. Das Geld wurde durch Spenden, vor allem der Dorfbewohner und durch eine Tombola, aufgebracht. Im Konsumhaus wurde das Depot eingerichtet.<br \/>Am 24. Juli 1927 feierte die Feuerwehr ihr 40j\u00e4hriges\u00a0 Bestandsjubil\u00e4um. Die Feier war mit einer Feldmesse verbunden, bei der P. Josef Rodlberger, Katechet i. P. aus Krumau, die Festpredigt hielt. Die Feuerwehr erhielt eine \u201eneue\u201c Vereinsfahne. Diese diente fr\u00fcher als Veteranenfahne. Nun war der Kaiseradler herausgeschnitten und durch ein Leinenbild des hl. Florian ersetzt worden, das Frau Maria Pangerl, Landwirtsausnehmerin in Gl\u00f6ckelberg Nr.15, gekauft hatte.\u00a0<em>Man sieht, nicht nur die Sockel alter Denkm\u00e4ler finden, angepasst, neue<\/em>\u00a0<em>Verwendung, auch Fahnen kann es \u00e4hnlich ergehen.<\/em>\u00a0Aus Anlass des Jubil\u00e4ums wurde auch die Stra\u00dfe vom \u201eFuchsen\u201c zum Gemeindehaus\u00a0 hergerichtet und das Rinnsal gepflastert.<\/p><p><strong>Kurse<br \/><\/strong>Vom 9. J\u00e4nner bis 15. Februar 1929 fand unter Leitung von Fr\u00e4ulein P\u0161eni\u010dka, beauftragt vom Landeskulturrat, ein Kochkurs statt.<br \/>Auch im n\u00e4chsten Jahr wurden die Kurse fortgesetzt. Ab 7. J\u00e4nner wurde beim Fleischhauer und Gastwirt Franz Kari ein Zuschneide- und Stickkurs von der Firma\u00a0 Singer-N\u00e4hmaschinen statt. Angemeldet hatten sich 30 Frauen, angefangen haben 18, von denen sich noch einige \u201eabstreiften\u201c.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gr\u00fcndung des Vereines \u201eDeutsche Landjugend\u201c<br \/><\/strong>Am 26. Mai 1929 fand eine Versammlung von Burschen und M\u00e4dchen beim Gastwirt Johann Poferl statt. Das Lehrerehepaar Janda und Lehrer Brandtner waren die Organisatoren. Es wurde eine Ortsgruppe des Vereines der\u00a0 Deutschen Landjugend mit 65 Mitgliedern gegr\u00fcndet, ein unpolitischer Verein im Dienste der Jugendbewegung. Jugendf\u00fchrer wurde Willi Poferl. In die Bezirksleitung entsandt\u00a0 wurde Maria Lampl aus Josefsthal und Rudolf Janda. Die \u201eM\u00e4dchenpflege\u201c \u00fcbernahm Resi Bauer, Beirat wurde Oberlehrer Heinrich Pascher.<br \/><strong>\u00a0<br \/><\/strong><strong>Ungl\u00fcck<br \/><\/strong>Am 1. Juli 1929 kam es zu einem tragischen Unfall. Der 14j\u00e4hrige Emil Poferl h\u00fctete das Vieh w\u00e4hrend andere Knaben mit einem Gewehr spielten, das in der Werkstatt versteckt war. Ein 12j\u00e4hriger Knabe aus Linz, der auf Sommerfrische war, zielte auf den Emil Poferl und schoss ihm in die Brust. Der Doktor konnte das Gescho\u00df nicht entfernen. Das weitere Geschehen wurde uns nicht \u00fcberliefert.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Betonbr\u00fccke<br \/><\/strong>Im Juli 1929 lie\u00df der Gasthausbesitzer Franz Kary \u00fcber den Kanal eine Betonbr\u00fccke errichten. Viele Br\u00fccken aus Holz \u00fcberqueren den Kanal und erm\u00f6glichen die Zufahrt zu den H\u00e4usern oder zu den Wiesen und Feldern. Die Br\u00fccken, die schon vor dem Kanalbau bestanden, musste die Herrschaft Schwarzenberg erhalten. Im Gemeindegebiet wurde an der Errichtung des Kanals 1789 gearbeitet. Die Besitzer der sp\u00e4ter gebauten H\u00e4user und Br\u00fccken m\u00fcssen diese selbst erhalten und einen \u201eBr\u00fcckenanerkennungszins\u201c bezahlen. Anfangs waren es 2 \u2013 3 Kronen, 1929 waren es 30 Kronen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Wegverlegung und Z\u00e4une<br \/><\/strong>Im September 1929 wurde \u00fcber Auftrag der f\u00fcrstlichen Verwaltung der Weg, der durch den B\u00e4renlochwald f\u00fchrt, abgetragen, so dass der Weg unpassierbar wurde. Dagegen haben sich aber die Interessenten mit Erfolg gewehrt. Ebenso wurde der Wald oberhalb vom Kanal mit einem Drahtgeflecht abgesperrt, damit das Wild, so hie\u00df es, nicht auf den Gr\u00fcnden in H\u00fcttenhof Schaden anrichten kann. Diese Ma\u00dfnahmen f\u00fchrten zu Unstimmigkeiten, da man vermutete, man wolle nur verhindern, dass das Wild in das Gebiet der H\u00fcttenhofler Jagdgesellschaft wechsle.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Rauferei<br \/><\/strong>Am 22. September 1929 feierten die Rekruten ihren Abschied, wobei es zu einer Rauferei zwischen den Gl\u00f6ckelbergern und H\u00fcttenhofern kam. Einige wurden durch Biergl\u00e4ser und Messer verletzt.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Dreschmaschine mit Motor und Feuerwehrmotorspritze<br \/><\/strong>Am 16. Juli 1930 wird die erste Dreschmaschine mit Motor von der Bahnstation Oberplan nach Gl\u00f6ckelberg gebracht. Vier Landwirte, darunter der Gemeindevorsteher Franz Poferl, Josef Stutz und Leo Studener hatten sie angeschafft.<br \/>Noch im selben Monat erhielt die Feuerwehr eine neu in Budweis angekaufte Motorspritze. F\u00fcr sie war ein neues Depot gebaut worden, das mit einer Gemeindewaage verbunden wurde. Am 9. September 1930 wurde die Waage durch den Bezirkshauptmann offiziell als \u00f6ffentliche Einrichtung in Betrieb genommen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Auto f\u00fcr den Personenverkehr<br \/><\/strong>Im n\u00e4chsten Jahr, es war der 11. Mai 1931, bekam Willibald Poferl ein \u201eAuto f\u00fcr den Personenverkehr\u201c ( 8 Sitze). Er musste noch einen Praxiskurs in Wallern besuchen, \u201edann durfte er fahren\u201c. Die Sitze konnte man herausnehmen, dann war das Auto auch f\u00fcr den Lastenverkehr geeignet. Es war das erste Mietauto und Poferl der erste Autobesitzer in der Gemeinde.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Abg\u00e4ngig<br \/><\/strong>Im Oktober 1932 durchstreiften drei Gendarmen mit 27 Arbeitslosen den ganzen B\u00e4renlochwald auf der Suche nach Alois Reiter, H\u00e4usler in H\u00fcttenhof 57, der seit 17. September abg\u00e4ngig war. Reiter war aus Oberplan zugezogen. Eine Spur fanden sie nicht. Erst im Jahre 1933 erfuhr man, dass er sich in \u00d6sterreich in der Pfarre Reichenau als Knecht verdingt hatte.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Versteigerung<br \/><\/strong>Das Haus\u00a0 Gl\u00f6ckelberg Nr.115, Besitzer Ignaz Hochholdinger, Fleischhauer, wurde 1932 versteigert. Mit einem Kaufpreis von 58.000 Kronen ging es in den Besitz des Josef Poferl und seiner Frau \u00fcber. Da beide lange Zeit in Amerika gelebt hatten, wurde das Haus bald \u201eBeim Amerikaner\u201c genannt.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>40 Jahre Raiffeisen in Gl\u00f6ckelberg<\/strong><br \/>Im April 1933 feierte die\u00a0 Spar- und Darlehenskasse, System Raiffeisen, ihr 40j\u00e4hriges Bestandsjubil\u00e4um. Zur Festversammlung erschienen fast alle Mitglieder, auch die Verbandsleitung war aus Prag angereist. Die noch lebenden Gr\u00fcnder der Kasse erhielten ein Erinnerungsgeschenk.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Fahrordnung<br \/><\/strong>Die Landesbeh\u00f6rde in Prag gab mit Erlass vom 18.1.1934 eine neue Fahrordnung bekannt. Auf Staats- Landes- und Bezirksstra\u00dfen m\u00fcsse links gefahren werden. Auf Fahrr\u00e4dern d\u00fcrfen nur so viele Fahrer aufsitzen als Sitze vorhanden sind. Vorne m\u00fcsse bei Nebel und am Abend ein wei\u00dfes oder gelbes Licht mitgef\u00fchrt werden, ab 15.2. r\u00fcckw\u00e4rts ein rotes. Die Strafdrohung 10 bis 2000 Kronen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Lastauto f\u00fcr die Feuerwehr &#8211; Fahnenweihe<br \/><\/strong>Im August kaufte die Feuerwehr ein gebrauchtes Lastauto bei der Firma Merwald in Wallern. Der alte Ger\u00fcstwagen wurde zur\u00fcckgegeben und 3500 Kronen aufgezahlt.. Die feierliche Weihe fand am 16. September 1934\u00a0 statt, bei der auch die Fahne der freien Gewerbegenossenschaft ihre Weihe erhielt. Diese Fahne diente vorher dem \u201eEdelwei\u00dfverein\u201c, der sich vermutlich im Februar 1934 aufgel\u00f6st hatte. Die Gewerbegenossenschaft hatte sich verpflichtet, sollte wieder ein Edelwei\u00dfverein gegr\u00fcndet werden, einen Teil der Kosten f\u00fcr die Anschaffung einer neuen Fahne zu \u00fcbernehmen. Da Geld vom Fest der Fahneweihe \u00fcbrig blieb, wurde f\u00fcr die Kirche ein auf Leinwand gemaltes Bild vom hl. Aloisius und von Johannes dem T\u00e4ufer in Troppau bestellt. Die alte Genossenschaftsfahne arbeitete der Mesner Ludwig Petschl, der auch Schneider war, in eine Schulfahne um.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Telefon<br \/><\/strong>Das Telefon h\u00e4lt Einzug. Am 6. April 1936 kam ein Lastauto nach Gl\u00f6ckelberg und man begannen bei der Post mit dem Einbau eines Telefons mit einer Verbindung zum Zollhaus und nach Oberplan. Es wurden 20 Stangen gesetzt. Am 9. April telefonierte der Fleischer Thomas Kary provisorisch mit dem Tierarzt in Oberplan. Private Sprechstellen wurden noch nicht eingerichtet, da bei der schlechten Wirtschaftslage die Kosten hief\u00fcr nicht aufgebracht werden konnten. Die Gemeinde leistete f\u00fcr die Einrichtung der Sprechstelle bei der Post einen Beitrag von 1000 Kronen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>50 Jahre Feuerwehr<\/strong><br \/>Die Feuerwehr feierte am 30. Mai 1937 ihr 50j\u00e4hriges Gr\u00fcndungsfest mit einer Feldmesse und Predigt. Zahlreiche Vereine aus den umliegenden Ortschaften und aus Klaffer in Ober\u00f6sterreich nahmen teil. Drei Mitglieder der Wehr wurden mit einer Medaille f\u00fcr ihre 50j\u00e4hrige Mitgliedschaft geehrt.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Veteranengr\u00fcndungsfest<br \/><\/strong>Veteranengr\u00fcndungsfest wurde am 17. Mai 1937 gefeiert. Pater Rodelberger hielt die Feldmesse.<br \/>Angeregt hatte die Gr\u00fcndung der Landwirt Franz Kary aus Vordergl\u00f6ckelberg. Der Vereinszweck war die Unterst\u00fctzung gedienter Soldaten. Kommandant des Vereines wurde Franz Kary, 70 Personen traten dem Verein bei<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">.<strong>Pfarrer Essl &#8211; Priestergrabst\u00e4tte<br \/><\/strong>Auf Grund einer Zuschrift des Herrn Dompropst Dr. Johann Praschl vom 26. August 1937 wurde die Grabst\u00e4tte des Ehrendomherrn Dr. Alois Essl als \u201ePriestergrabst\u00e4tte\u201c f\u00fcr die Dauer des Bestandes des Friedhofes erkl\u00e4rt. Zur Erhaltung und Pflege des Grabes legte die Schwester des Ehrendomherrn Frau Marie Essl 1000 Kronen bei der Raiffeisenkasse Gl\u00f6ckelberg ein. F\u00fcr 10 Jahre sollte auch ihr Grab von diesem Geld gepflegt werden, sofern sie hier in Gl\u00f6ckelberg begraben werde.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Meteor<br \/><\/strong>Am 23. 11. 1936, gegen 18,35 Uhr, beobachtete man einen besonders gro\u00dfen Meteor etwa 4 bis 6 Sekunden lang, der taghell gr\u00fcnlich-blau leuchtete und einen langen Schweif nachzog. Gro\u00dfe, gl\u00fchende Flammenteile spr\u00fchten von ihm nach allen Seiten ab.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Verein gedienter Soldaten<br \/><\/strong>Ein weiterer Verein wurde am 1.8.1937 gegr\u00fcndet : \u201eVerein gedienter Soldaten\u201c. Zahlreich war die Beteiligung der Bev\u00f6lkerung des Ortes und der Umgebung, viele Vertreter von verschiedenen Vereinen aus Krumau und Wallern hatten sich eingefunden. Am Gr\u00fcndungstag traten 100 Mitglieder bei.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gl\u00f6ckelberg im Rundfunk<br \/><\/strong>Voll Stolz h\u00f6rte man am 15. August 1937 eine Radiosendung vom Prager Deutschen\u00a0 Rundfunk : \u201eUralte Sage und gro\u00dfe Geschichte \u2013 Die Wunder der krummen Au\u201c mit Beitr\u00e4gen aus Neubistritz, Kaplitz, Rosenberg und Gl\u00f6ckelberg. Die \u00dcbertragung erfolgte vom Krumauer Schloss, am Mikrophon war der ehemalige Gemeindevorsteher Ignaz Lehrer.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>T\u00f6dlicher Unfall<br \/><\/strong>Am 17. November 1937 kommt es wieder mit einem geladenen Gewehr zu einem schrecklichen Unfall im Hause der Katharina Schacherl. Der 12j\u00e4hrige Thomas Schacherl hantierte mit einem alten Gewehr, das der \u00e4ltere Bruder im Ofenwinkel abgestellt hatte. Thomas legte in der D\u00e4mmerstunde das Gewehr auf seine 14j\u00e4jrige Schwester Olga an, sagte \u201eJetzt erschie\u00dfe ich dich\u201c, dr\u00fcckte ab und der Schuss t\u00f6tete das M\u00e4dchen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Musterungen in Oberplan:<br \/><\/strong>1.Februar 1921 : Von den Jahrg\u00e4ngen\u00a0 1899, 1900, 1901 wurden 5 zum Milit\u00e4rdienst eingezogen (\u201ebehalten).<br \/>18.April1922 :\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eBehalten\u201c aus Gl\u00f6ckelberg 3.<br \/>2.\u00a0\u00a0 Mai 1923 :\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Aus Gl\u00f6ckelberg wird kein Bursch eingezogen.<br \/>13. Mai 1924 :\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eingezogen werden 8 Burschen.<br \/>24. April1925:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von 40 werden 5 eingezogen.<br \/>17. Mai \u00a01926:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eingezogen wurden 4 Burschen.<br \/>3.\u00a0\u00a0 Mai\u00a0 1927:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eingezogen wurden 5.<br \/>13. April1928:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eingezogen wurden 6.<br \/>9.\u00a0 April 1929:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eingezogen wurden\u00a0 10<br \/>6.\u00a0 Mai\u00a0\u00a0 1930:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von 28 Stellungspflichtigen wurde 1 Bursch eingezogen.<br \/>2.\u00a0 Mai\u00a0\u00a0 1931:\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0Von 32 Stellungspflichtigen 6<br \/>12. April 1932:\u00a0\u00a0\u00a0 Von 40 Stellungspflichtigen 3<br \/>18. Mai 1933 :\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von 34 wurden 8 eingezogen.<br \/>21. April 1934:\u00a0\u00a0\u00a0 Eingezogen wurden 9.<br \/>27. April 1935:\u00a0\u00a0\u00a0 Von 23 wurden 2 eingezogen<br \/>15. April 1936:\u00a0\u00a0\u00a0 Von\u00a0 15 Burschen wurden 10 eingezogen.<br \/>M\u00e4rz 1938:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Von 15 wurden 10 eingezogen<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dr.\u00a0Othmar Hanke<br \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0othmar.hanke@aon.at<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Das Wetter im Wechsel der Jahre<br \/><\/strong>Nachdem im Dezember\u00a0<strong>1918<\/strong>\u00a0zun\u00e4chst starker Schneefall herrschte, schlug das Wetter um, und warmer Regen lie\u00df den Kanal beim Gemeindehaus \u00fcbergehen. Einige Wohnr\u00e4ume und Keller wurden \u00fcberflutet.<br \/>Der J\u00e4nner\u00a0<strong>1919<\/strong>\u00a0 brachte am Anfang warmes Fr\u00fchlingswetter, \u201ewie im M\u00e4rz oder April\u201c, alles war aper, was aber f\u00fcr die Holzbringung Sorgen bereitete, da die Baumst\u00e4mme mit Schlitten zu Tal gebracht werden sollten. Erst Mitte J\u00e4nner fiel wieder Schnee, der zur Freude der Holzhauer auch liegen blieb.<br \/>Auch im darauf folgenden Jahr (<strong>1920<\/strong>) gingen im J\u00e4nner gro\u00dfe Regenmengen auf den Ort nieder und starke Winde st\u00fcrzten und knickten B\u00e4ume. Da auch der Schnee schmolz, kam es zu umfangreichen \u00dcberschwemmungen durch den Kanal, \u201ewie im Jahre 1890\u201c. In H\u00fcttenhof wurde ein Acker abgeschwemmt,\u00a0 auf Telegraphendr\u00e4hte fiel ein Baum, die Moldau trat aus den Ufern und \u00fcberschwemmte die Br\u00fccke nach Oberplan. Dem Pfarrer Essl\u00a0 war es nicht m\u00f6glich, einen Versehgang zu machen.<br \/>Im selben Jahre\u00a0 stellten sich nach einem milden Winter anfangs M\u00e4rz Finken, Stare und andere Singv\u00f6gel ein, am 1. Mai standen in H\u00fcttenhof und in Gl\u00f6ckelberg\u00a0 die Kirschb\u00e4ume in voller Bl\u00fcte. Im Mai litt H\u00fcttenhof unter starkem Hagel, der an Kraut- und Kartoffelpflanzen argen Schaden anrichtete. Im Herbst herrschte D\u00fcrre, im Dezember gab es keinen Regen, nur Schnee und Eis. F\u00fcr den ganzen Ort bedeutete diese Witterung gro\u00dfe Wassernot. Auch der Zufluss des Wassers in den Wassergrand vor dem Pfarrhof versiegte. Das Wasser musste zugetragen werden. Erst nach den Weihnachtsfeiertagen begann es zu regnen und zum Jahresende wehte ein warmer Wind, ein \u201eSchirokko\u201c, Schnee und Eis schmolzen und es sah aus wie im Fr\u00fchjahr, aber das Wasser floss wieder.<br \/>Im August\u00a0<strong>1922<\/strong>\u00a0wurde der Ort wieder durch St\u00fcrme heimgesucht. \u00c4ltere behaupteten, so etwas noch nie erlebt zu haben. Der Herbst war verregnet, die Bauern konnten die Ernte nicht trocken in die Scheunen bringen, bei Frau Pangerl unterhalb des Gemeindehauses blieb der geschnittene Hafer 6 Wochen liegen, wurde neun mal gewendet\u00a0 und erst am 18.10. brachte sie ihn feucht nach Hause.<br \/>Auch im darauf folgenden Jahr (<strong>1923<\/strong>) wurde im September, vor allem die Gegend um Vordergl\u00f6ckelberg und Radschin, von starkem Hagel heimgesucht, der den Hafer, soweit er noch am Felde stand \u201eh\u00fcbsch ausdrosch\u201c. Ein Jahr sp\u00e4ter im Mai\u00a0<strong>1924<\/strong>\u00a0richtete Hagel in Gl\u00f6ckelberg gro\u00dfen Schaden an, kaum in H\u00fcttenhof. Noch im selben Jahr, am 1. November kommt es zu einer\u00a0<strong>Unwetterkatastrophe<\/strong>. Schwerer Regen und Sturm lie\u00dfen den Kanal an mehreren Stellen, auch in Josefsthal, \u00fcbergehen, die Wege wurden unpassierbar. Der Rotbach schwoll an und f\u00fchrte ganze St\u00e4mme mit. An mehreren Stellen wurden H\u00fctten weggerissen, St\u00e4lle, Stadeln und Stuben \u00fcberflutet Die Wassermassen stie\u00dfen Gr\u00e4ben auf und verw\u00fcsteten die Gegend. In H\u00fcttenhof trat der Almbach aus den Ufern und schwemmte gro\u00dfe Steine mit. Im Wald verlegten umgest\u00fcrzte Baum das Bachbett, breite Wiesen und \u00c4cker wurden mit Steinen \u00fcberschwemmt Hauswasseranlagen wurden zerst\u00f6rt, Leitungen weggerissen. Noch nie hatten \u00dcberschwemmungen solchen Schaden angerichtet.<br \/>Von allen Pfarr\u00e4mtern der Umgebung langen Spenden ein, Insgesamt 1.747,84 K. Von der Regierung wurde, nachdem man zun\u00e4chst nur Getreidesamen angeboten hatte, ein Betrag von 10.000 Kronen bewilligt. Eine lange Liste der Spendenempf\u00e4nger, aber auch Fotografien, dokumentieren das Ausma\u00df der Sch\u00e4den. Nach dieser Katastrophe herrschte bis 28. Dezember sch\u00f6nes, kaltes Wetter.<br \/>Am 17. und 18. Oktober\u00a0<strong>1925<\/strong>\u00a0fegte wieder ein warmer Sturm mit Regen \u00fcber Gl\u00f6ckelberg, der den kurz vorher gefallenen Schnee hinweg blies. Die B\u00e4che schwollen an, der Kanal ging \u00fcber. Am 22. und 23. Oktober war es warm wie im Sommer.<br \/>Es folgte ein warmer J\u00e4nner\u00a0<strong>1926<\/strong>. Keine Schnee, die Fluren weit und breit gr\u00fcn. Ebenso war es im Februar, so dass das Langholz auf den Wegen liegen blieb. Das Wasser stieg und der \u201ePfarrerbach\u201c war wie ein Fluss.<br \/>Am 17. April\u00a0<strong>1927<\/strong>, Ostersonntag, war alles mit Schnee bedeckt., der ganze Ort und soweit das Auge reichte,<br \/>Mitte Mai 1927, die Birn- Ringlotteb\u00e4ume standen in voller Bl\u00fcte, setzte kalte Witterung ein und Schneeflocken flogen durch die Lust. In anderen Gegenden kam es zu Hagelschlag und \u00dcberschwemmungen. Noch Anfangs November 1927 gab es warme Sommertage, erst um den 10. kamen Regen und Schnee. Am Weihnachtstage regnete es stark, die Wege waren vereist und das Gehen gef\u00e4hrlich. Zum Jahresende wurde es empfindlich kalt.<br \/>Die darauf folgenden Monate, J\u00e4nner und Februar\u00a0<strong>1928<\/strong>, waren sehr milde, es regnete h\u00e4ufig und am 14. Februar gab es Gewitter mit Sturm. Dazu berichtete Franz Kary aus Vordergl\u00f6ckelberg Nr. 112, dass es in seiner 32j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit \u00a0der erste Winter war, dass die Gemeinde f\u00fcr das Ausschaufeln der Gemeinde- und Bezirksstra\u00dfen nichts zu bezahlen hatte. Doch im Juni war es sehr k\u00fchl, so dass in der Schule jeden Tag geheizt werden musste. Die Heuernte im selben Monat brachte nur den halben Ertrag. Der Juli war au\u00dfergew\u00f6hnlich hei\u00df, so dass das Korn schon am 8. August eingebracht werden konnte. Dann folgte Sturm, der sogar\u00a0 zwei Fuhren Getreide beim Heimtransport umwarf. Auch in H\u00fcttenhof gab es im Wald Sch\u00e4den und in H\u00f6ritz und Schwarzbach zerschlug schwerer Hagel die Kraut- und Erd\u00e4pfelernte.<br \/>Am Pfingstmontag des Jahres 1928 war in Gl\u00f6ckelberg ein leichtes Erdbeben zu versp\u00fcren. Auf der Stra\u00dfe vor dem Pfarrhaus war es als w\u00fcrde ein Wagen vorbeifahren und im Nachbarhaus zitterten die Gegenst\u00e4nde.<br \/>Grimmig kalt wurde der Februar\u00a0<strong>1929<\/strong>.\u00a0 Die Temperatur sank auf -20 bis &#8211; 27 Grad Reaumur\u00a0<em>\u00a0(was einer Temperatur von 25 \u2013 33 Grad Celsius entspricht).<\/em>\u00a0In Budweis\u00a0 ma\u00df man &#8211; 43 Grad Celsius. Telegraphisch kam der Auftrag, die Schule vom 13. bis 22. Februar und sodann verl\u00e4ngert bis 1. M\u00e4rz zu schlie\u00dfen.<br \/>Die Wege und Stra\u00dfen mussten zur Winterzeit h\u00e4ufig ausgeschaufelt werden. Nachdem im M\u00e4rz 1929 mildes Wetter einsetzte, wurde im \u201eKommunikationsausschuss\u201c der Bezirksbeh\u00f6rde die Zahl der Stra\u00dfenr\u00e4umer von 35 auf 23 herabgesetzt. Die beiden Stra\u00dfenmeister, beide waren Vertragsbeamte, Stupka und Vani\u010dek, behielten ihr Amt. Am 19. M\u00e4rz sollten aber die Bezirksstra\u00dfen ausgeschaufelt werden, nur das \u201eN\u00f6tigste\u201c sollte gemacht werden. Ende M\u00e4rz 1931 mussten jedoch 121 Schneeschaufler eingesetzt werden. Auf der Bezirksstra\u00dfe von Oberplan bis zum Zollhaus lag der Schnee \u00fcber einen Meter hoch.<br \/>Im Fr\u00fchjahr\u00a0<strong>1929<\/strong>\u00a0bl\u00fchten die Waldb\u00e4ume in einem seltenen Ausma\u00df. Bei Wind stiegen ganze Wolken von Bl\u00fctenstaub auf, man konnte glauben, die Landschaft sei in Nebel geh\u00fcllt.<br \/>Am\u00a0<strong>4. Juli 1929<\/strong>\u00a0gegen 7.00 Uhr abends fegte ein gewaltiger Sturm \u00fcber Mitteleuropa und \u00fcber den B\u00f6hmerwald. In den W\u00e4ldern wurde B\u00e4ume wie Bleistifte geknickt, Obstb\u00e4ume schwer besch\u00e4digte. In Josefsthal wurden mehr als 200 B\u00e4ume umgeworfen oder in der Mitte gesprengt. Stellenweise lagen bis zu 7 B\u00e4ume \u00fcbereinander. Im \u201eoberen Wald\u201c wurden mehr als 100 B\u00e4ume mit den Wurzeln\u00a0 umgeworfen. Auch in Sonnenwald gab es gro\u00dfe Sch\u00e4den. In Salnau wurde der gro\u00dfe Verladekran vernichtet, in Kienberg bei Hohenfurth ein Fabriksschlot umgeworfen.<br \/>Im J\u00e4nner\u00a0<strong>1930<\/strong>\u00a0war es zwar m\u00e4\u00dfig kalt, es gab auch nur wenig Schnee, aber die Wege und Stra\u00dfen waren stark vereist. Es kam\u00a0 zu zahlreichen, teilweise auch schweren Unf\u00e4llen und Verletzungen. So rutschte beim Holzziehen das Pferd des Josef Schacherl aus, sprang auf seinen Fu\u00df und brach ihn. Rudolf Froschauer brach sich das Fu\u00dfgelenk, Josefa Kirsch den Arm. Die Namen der Verletzten ergaben eine lange Liste.<br \/>Warme Weihnachten verzeichnete man\u00a0<strong>1931<\/strong>. \u201eVon den H\u00e4usern tropfte es\u201c. Auch noch zu Dreik\u00f6nig\u00a0<strong>1932<\/strong>\u00a0war es warm, der Schnee von den S\u00fcdh\u00e4ngen verschwunden. Skifahren war ausgeschlossen und es gab auch kaum \u201eFremdenbesuch\u201c. Im Februar war oberhalb der Kirche kein Schnee, unterhalb war er aber fest gefroren. In der Nacht auf Aschermittwoch st\u00fcrmte es und man registrierte den k\u00e4ltesten Tag des Winters mit -16 Grad R.\u00a0<em>(entspricht &#8211; 20 Grad Celsius).<\/em>\u00a0Ostern war noch sehr kalt, dann erw\u00e4rmte sich das Wetter und Grippe breitete sich aus. Am 5. April 1932 gab es das erste Gewitter mit warmem Regen.\u00a0Im Juli 1932 ging ein Unwetter auf Gl\u00f6ckelberg nieder. Ein Blitz schlug in den Kirchturm ein, ein weiterer beim Josef M\u00fcller in Vordergl\u00f6ckelberg Nr. 9, er verw\u00fcstete das Dachzimmer und t\u00f6tete im Stall eine Kalbin. Auch in Vorderstift und Radschin w\u00fctete das Unwetter.<br \/>Auch im Dezember 1932 war es warm und es gab fast keinen Schnee und \u201efast keine Sportler\u201c. Endlich, nach dem 15. J\u00e4nner\u00a0<strong>1933<\/strong>\u00a0schneite es und das Lang- und Brennholz konnte aus dem Wald und zu den H\u00e4usern gebracht werden. Anfangs Februar gab es aber wieder Sturm und Regen, \u201edarunter leidet der Wintersport in Josefsthal\u201c.<br \/>Zu Allerheiligen und Allerseelen 1933 gab es Schnee, Regen und Sturm, so dass der Pfarrer nicht auf den Friedhof gehen konnte.<br \/>Nebel, Sturm und starker Schneefall machte auch im\u00a0 Februar\u00a0<strong>1934<\/strong>\u00a0den Bewohnern zu schaffen. Gl\u00f6ckelberg war von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten. Postverkehr musste eingestellt werden, die D\u00e4cher wurden abgeschaufelt. Es folgte ein hei\u00dfer Sommer, der die Fr\u00fcchte der Felder fr\u00fcher reifen lie\u00df. Am Sonntag vor \u201eJakobi\u201c standen in H\u00fcttenhof schon die Kornmandeln, bald auch in Gl\u00f6ckelberg und Josefsthal.<br \/>Die Monate J\u00e4nner und Februar bis zum 24. im Jahre\u00a0<strong>1936<\/strong>\u00a0waren manchmal warm wie im Sommer und es gab nur wenig Schnee. Im November kamen gro\u00dfe Schneest\u00fcrme, die den ganzen\u00a0 Winter anhielten.<br \/>Am 1.Dezember 1936 registrierte man ein heftiges Gewitter, das aber vor allem Ulrichsberg In Mitleidenschaft zog. Ein Blitz schlug in den Kirchturm ein, alle Sicherungen und die elektrischen Leitungen wurden vernichtet, ebenso im Postamt, wo alle Telefonsicherungen schmolzen. Auch Radioapparate wurden besch\u00e4digt.Im Jahr\u00a0<strong>1937<\/strong>\u00a0war das Wetter bis in den April hinein sehr winterlich. Am Hochficht konnte man bis in den Mai Skifahren. Auch zu Beginn des Jahres\u00a0<strong>1938<\/strong>\u00a0kamen zahlreiche Wintersportler, Schnee war genug.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Feuer<br \/><\/strong>28. September 1926<br \/>Am 28. September 1926 brach am Abend gegen 7.00 Uhr beim H\u00e4usler Martin Fiedler Feuer aus. Nur die Decke \u00fcber der Stube und \u00fcber einem kleinen St\u00fcberl blieb verschont, alles andere brannte nieder, Dach, Stall, Heu, Ger\u00e4tschaften, wie eine Putzm\u00fchle. Seinem Sohn w\u00e4re ein Schwein fast erstickt, es konnte noch in Eile abgestochen werden. Fiedler hatte Gr\u00fcnde gepachtet, f\u00fcr die er noch 300 K schuldig war.<br \/>7. April 1927<br \/>Am 7. April 1927 gab es um 12.30 Uhr Feueralarm. Es brannte das H\u00e4uschen Nr. 44, Besitzer war Josef Wegscheider, Hausdiener in der Glasfabrik, der am selben Tag krank zu Hause war. Die Feuerwehr war mit zwei Spritzen sehr schnell im Einsatz. Die Motorspritze aus Oberplan traf erst sp\u00e4ter ein, als schon alles niedergebrannt war.<br \/>23. M\u00e4rz 1928<br \/>Feueralarm gab es am 23. M\u00e4rz 1928 um \u00be 3 Uhr in der Fr\u00fch. Beim B\u00e4ckermeister und Gastwirt Jakob Schacherl in Gl\u00f6ckelberg Nr.30 brannte der Rauchfang aus, der lange nicht in Verwendung gestanden war.<br \/>1. Juni 1928<br \/>In der Nacht zum 1. Juni 1928 brannte die Wirtschaft des Landwirtes Fritz Schaubschl\u00e4ger in H\u00fcttenhof Nr.69 nieder<br \/>18. Juli 1929.<br \/>Durch Blitzschlag am 18. Juli 1929 in einen Baum beim Haus Nr.84 des Franz Studener, Vordergl\u00f6ckelberg, beim Waldrand Richtung Oberplan gelegen, sprang das Feuer auf das Haus \u00fcber. Den Brand bek\u00e4mpften die Feuerwehren aus Gl\u00f6ckelberg und Oberplan, jedoch waren die Brunnen bald ersch\u00f6pft, so dass alles ganz nieder brannte.<br \/>3. August 1930<br \/>Am Sonntag, 3. August 1930, war Feuerwehrversammlung beim Kreuzwirt. Um 3.45 Uhr nachmittags brach im Haus Nr.23, Besitzer Josef Rod, Feuer aus. Es regnete leicht und Wind kam von S\u00fcden. Als sich der Wind drehte ergriff das Feuer das Haus Nr. 21, Besitzer Johann Wagner, das nur durch einen Fuhrweg vom Haus Nr. 74, Besitzer Stutz (vulgo \u201eJungbauer), entfernt ist. Das Feuer erfasste dann auch dieses Haus und sprang dann auf das Haus Nr.31, Besitzerin Amalia Schacher, \u00fcber. Da das Heu eingebracht war, die H\u00e4user weitgehend aus Holz waren, war bald alles in Flammen. Viele Spenden von Pfarreien und Privatpersonen trafen ein, auch von der Zollwacheabteilung Sch\u00f6neben, und halfen vor allem denen, die nicht ausreichend versichert waren.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Juni 1933<br \/>Im Juni 1933 brach im Haus H\u00fcttenhof Nr.58, Besitzer Johann Studener, ein Brand aus. Das Vieh konnte gerettet werden.<br \/>3. Juli 1933<br \/>Auch am 3. Juli 1933 konnte das Vieh gerettet werden, als das Anwesen des Josef Jungwirth in Gl\u00f6ckelberg Nr.105 nieder brannte. Nur das Wohnzimmer blieb, alles andere wurde ein Raub der Flammen. Da es kurz vorher geregnet hatte, waren die Strohd\u00e4cher nass, so dass sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte.<br \/>7. Juli 1933<br \/>Vier Tage sp\u00e4ter brannte das Anwesen des Rudolf Hable, Gl\u00f6ckelberg 12. Da die Scheune und andere Nebengeb\u00e4ude nur mit Stroh oder Schindeln gedeckt waren, stieg sehr bald eine hohe Feuers\u00e4ule auf. Da es windstill war, breitete sich das Feuer nicht weiter aus. Ein Kalb konnte nicht gerettet werden. Viele Ger\u00e4tschaften verbrannten. Die alte Mutter trug Brandwunden davon.<br \/>Offenbar als Folge dieser Br\u00e4nde lie\u00dfen sich im Oktober 1933 mehrere H\u00e4usler in H\u00fcttenhof Blitzableiter montieren. Die Schulexpositur hatte von allen Anfang an eine Blitzableiter. Von der politischen Beh\u00f6rde in Krumau kam der Auftrag, eine Feuerwache einzurichten. Alle m\u00e4nnlichen Einwohner \u00fcber 18 Jahren waren hiezu verpflichtet.<\/p><p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dr.\u00a0Othmar Hanke<br \/><br \/><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-0805125 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"0805125\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-d9479f3\" data-id=\"d9479f3\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-44fab72 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"44fab72\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5.7Begebenheiten \u2013 Ereignisse (1918 \u2013 1938) Hilfe aus USAIm Juli 1919 traf eine amerikanische \u201eKinder-Ern\u00e4hrungskommission\u201c in Gl\u00f6ckelberg ein. Ihr Ziel war es, unterern\u00e4hrten Kindern zu helfen. Die Kinder wurden in den Schulen von Dr. Georg Jilek aus Schwarzbach untersucht. 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