{"id":88,"date":"2019-12-20T18:36:17","date_gmt":"2019-12-20T17:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gloeckelberg.at\/?page_id=88"},"modified":"2024-01-09T12:09:40","modified_gmt":"2024-01-09T11:09:40","slug":"5-1-die-grenze-1919-1938","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gloeckelberg.at\/?page_id=88","title":{"rendered":"5.1 Die Grenze ( 1919 &#8211; 1938 )"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"88\" class=\"elementor elementor-88\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-fadf01b elementor-section-full_width elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"fadf01b\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-7deaaa6\" data-id=\"7deaaa6\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6b0559d elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"6b0559d\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-xl\">5.1<br>Die Grenze ( 1919 - 1938 )<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-86418ee elementor-section-full_width elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"86418ee\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-9486690\" data-id=\"9486690\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-dc04a8f elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"dc04a8f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4fa1d4b elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"4fa1d4b\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"font-weight: 400;\">Am 25. November 1918 wird Wallern von 150 tschechoslowakischen Soldaten besetzt, die die Milit\u00e4rpflichtigen ausheben sollen. Die Kunde verbreitet sich auch im Oberplaner Bezirk und es wird die Aufforderung verbreitet, dass sie sich in Rohrbach versammeln sollen, man bem\u00fche sich eine Volkswehr von 150 Mann aufzustellen. In der Nacht vom 29. auf 30. November wird der Bahnhof von Oberplan durch tschechoslowakisches Milit\u00e4r besetzt, Hauptmann Banda, der Kommandant der Volkswehr, wurde gefesselt. \u00a0Damit enden im Raum Gl\u00f6ckelberg \u2013 Oberplan die Versuche einer milit\u00e4rischen Gegenwehr.<\/p><p><strong>Kaiserbilder abmontiert<br \/><\/strong>Am 9. Dezember 1918 entfernt man in den Klassenzimmern der Schule die Kaiserbilder von Franz Josef und Kaiser Karl und drei Tage sp\u00e4ter treffen 12 tschechoslowakische Soldaten in Gl\u00f6ckelberg ein, die beim Kreuzwirt Josef L\u00f6ffler die Nacht verbrachten. Sie sollten dann im Gemeindehaus einquartiert werden. Ihre Aufgabe sei es, die Grenze zu bewachen, da ein schwungvoller Handel mit Vieh nach\u00a0 Ober\u00f6sterreich betrieben werde. Tags darauf wurden sie jedoch nach Oberplan zur\u00fcckberufen. Am 16. Dezember kam eine Vorhut von 2 Soldaten, weitere sollten folgen.<\/p><p><strong>Probleme beim Grenz\u00fcbertritt<br \/><\/strong>Anfangs J\u00e4nner 1919 wurde der Grenz\u00fcbertritt auf Befehl des tschechischen \u201eMilit\u00e4rstationskommando\u201c in Budweis wesentlich eingeschr\u00e4nkt und nur mit einem von der Bezirkshauptmannschaft ausgestellten Pass erlaubt, auch bei der Einreise m\u00fcssen Ausl\u00e4nder Dokumente vorlegen, die Zweck, Ziel und Dauer der Reise angeben.\u00a0 Verboten und unter strenge Strafe gestellt wurde die Ausfuhr von bestimmten Waren. Strengste Bestrafung wurde als Hochverrat angedroht, wer Waffen einschmuggelt, Ortswehren aufzustellen versucht, aufreizende Reden h\u00e4lt und Agitation f\u00fcr Deutsch\u00f6sterreich betreibt.<br \/>Am 11. J\u00e4nner treffen aus Oberplan tschechoslowakische Soldaten ein, so dass die\u00a0 Grenze von 9 Mann bewacht wird, \u201ees kommt zu verschiedenen Missgriffen\u201c. Um welche Missgriffe es sich handelte, wird nicht \u00fcberliefert.<\/p><p><strong>Finanzstrafen<br \/><\/strong>Im Februar 1919 kommt eine Finanzwache, die beim Fuchsenwirt Quartier erh\u00e4lt. Ihr sollten die\u00a0 Soldaten\u00a0 alle Verst\u00f6\u00dfe melden. Wegen unbefugten Ochsenverkaufs nach \u00d6sterreich werden mehrere Geldstrafen zwischen 1000.- und 4000.- Kronen verh\u00e4ngt, die an den Armenfonds der Gemeinde abgef\u00fchrt wurden.<br \/>Im April wurde ein ganzer \u201eMilit\u00e4rzug\u201c (IX. Kompanie des Inf. Regiments 91) durch einen in Krumau stationierten\u00a0 (VII. Kompanie) ersetzt, weil die Soldaten zu engen Kontakt zur Bev\u00f6lkerung gehalten hatten.<\/p><p><strong>Hausdurchsuchungen \u2013 Blinder Alarm<br \/><\/strong>Am Pfingstmontag, das war der 9. Juni 1919, trafen 30 Mann Verst\u00e4rkung aus Salnau ein, weil man einen Angriff aus Ober\u00f6sterreich bef\u00fcrchtete. Damit d\u00fcrfte sich die Mannschaftsst\u00e4rke auf 75 erh\u00f6ht haben. Sie wurden im Gemeindehaus und im Depot der Feuerwehr untergebracht. Die Soldaten zimmerten sich aus Stangen Pritschen zum Schlafen. Die Grenzsperre wurde strenger, nur in dringenden\u00a0 F\u00e4llen wurde von der politischen Beh\u00f6rde ein Grenz\u00fcbertritt genehmigt, die Genehmigung musste vom Gemeindeamt mit einem Foto versehen und dem Gendarmerieposten vorgelegt werden. Am 11. Juni kam es zu Hausdurchsuchungen durch das Milit\u00e4r. Man suchte nach \u00e4rarischen G\u00fctern, vor allem nach Waffen. Revolver, Jagdwaffen, S\u00e4bel, M\u00e4ntel, auch aus M\u00e4ntel gefertigtes Zivilgewand wurde beschlagnahmt. Am selben Tag kam es durch die Regierung in Prag zur Aufhebung von (Schutz-)Bestimmungen des Staatsgrundgesetzes.<br \/>In der Nacht wurde Alarm ausgel\u00f6st. Die Soldaten glaubten, dass von Aigen tausend Mann im Anmarsch seien. Schnell wurde alles zusammengepackt. Die Strohs\u00e4cke wurden in Eile ausgeleert. In der Nacht um halb eins zogen alle bis auf 15 Mann in Richtung Bahnhof Oberplan. Es war ein Fehlalarm.<br \/>Am 13. Juni tauchte der erste Negersoldat aus einer franz\u00f6sischen Kolonialtruppe auf, dem die Grenze gezeigt wurde. Frankreich hatte die tschechische Position sowohl in den Friedensverhandlungen als auch die Besetzung der deutschen Siedlungsgebiete durch milit\u00e4rische Abordnungen wesentlich unterst\u00fctzt. In diesen Tagen fanden auch Einberufungen durch das tschechische Milit\u00e4r statt.<br \/>Nach Schwarzbach werden 200 tschechoslowakische Soldaten verlegt, da vom Milit\u00e4r Beurlaubte nicht mehr einger\u00fcckt waren.<br \/>Ende Juni werden in Gl\u00f6ckelberg die tschechischen Soldaten durch 40 Soldaten ersetzt, die sich in S\u00fcdtirol zum tschechischen Staat bekannt hatten. Im August werden sechs Legion\u00e4re in H\u00fcttenhof stationiert, die\u00a0 Grenzwache durch einen Polizeihund verst\u00e4rkt.<br \/>Im September kommt es wieder zu einer Abl\u00f6se des Milit\u00e4rs, das etwa 50 Mann stark ist. Die Verwendung der Bezeichnung \u201eDeutsch-B\u00f6hmen\u201c wird verboten. Die Finanzwache wird im Haus Nr. 74 des Josef St\u00fctz einquartiert.<\/p><p><strong>Friedensvertrag &#8211; Standrecht<br \/><\/strong>Am 10. November 1919 wurde in der Prager Burg der Friedensvertrag mit \u00d6sterreich und Deutschland von Masaryk und Benesch unterzeichnet., den die \u00f6sterreichische Delegation schon am 5. November in Paris unter Prostest gefertigt hatte.<br \/>Acht Monate sp\u00e4ter, im Juli 1920, zieht das tschechische Milit\u00e4r unter Mitnahme ihrer Strohs\u00e4cke und mit zwei Holzbaracken nach Schwarzbach ab. Am 17.9. 1920 wird f\u00fcr alle Grenzregionen das Standrecht\u00a0 verh\u00e4ngt. Gewisse Vergehen, insbesondere illegale Ausfuhr von Bedarfsgegenst\u00e4nden ins Ausland ab einem Wert von 4000. Kronen, werden mit der Todesstrafe bedroht. Die Proklamation fand in Gl\u00f6ckelberg durch einen Sekret\u00e4r der Bezirkshauptmannschaft in Krumau im Beisein von drei Gendarmen statt.<br \/>Im selben Monat beginnt eine tschechisch-\u00f6sterreichische Grenzregulierungskommission mit der Vermessung und Vermarkung der Grenze.<strong>Schulstreik<br \/><\/strong>Im Oktober 1920 kommt es in allen deutschen Gebieten zu einem Schulstreik. Es ist eine Demonstration gegen die Schlie\u00dfung deutscher Schulen und gegen die Errichtung tschechischer Schulen mit einer Kinderzahl von 4 bis 5. Am 8. und 9. Oktober entfiel auch in der Schule Gl\u00f6ckelberg und in der Expositur H\u00fcttenhof der Unterricht<br \/>Im Juni 1921 wird der Grenzschutz durch vier Soldaten kurzfristig verst\u00e4rkt, um den Schmuggel mit Pferden und Vieh zu unterbinden.<\/p><p><strong>Zollhaus<br \/><\/strong>Im September 1924 erfolgt die Ausschreibung des tschechischen Zollhauses, wobei die Fertigstellung f\u00fcr \u00a0August 1925 vorgesehen \u00a0wurde. Die Er\u00f6ffnung der \u201eZollstra\u00dfe\u201c von Gl\u00f6ckelberg nach Ulrichsberg war erst am 15.9.1926. Wenige Tage vorher war der Zolleinnehmer Josef Hrbek mit einem M\u00f6belwagen und ein vierter Finanzbeamter eingetroffen. Der Grenz\u00fcbertritt war nunmehr mit einem g\u00fcltigen Pass m\u00f6glich und w\u00e4hrend fr\u00fcher nur 50.-Kronen frei waren, wurden es jetzt 3000.&#8211;.<\/p><p><strong>+ Masaryk<br \/><\/strong>So hat sich die Situation an der Grenze allm\u00e4hlich beruhigt. Als dann am 14. September 1937 der erste Pr\u00e4sident der Tschechoslowakischen Republik Th. Masaryk starb, wurde am Vorabend des Begr\u00e4bnisses von der Grenzwache unter Beteiligung der Gendarmerie und der Vereine am Bartlberg ein \u201eH\u00f6hengedenkfeuer\u201c entz\u00fcndet. Diese Feuer brannten entlang der ganzen Grenze die ganze Nacht. Masaryk war anerkannt, auch bei vielen Sudetendeutschen. So schrieb der \u00a0wohl eher als kaisertreu einzustufende Pfarrer Essl anl\u00e4sslich der 4. Wahl Masaryks am 24. Mai 1934 in der Prager Burg, (bei der Masaryk 327 Stimmen erhielt, \u00a053 Stimmen waren leer, 38 entfielen auf den Kommunisten Gottwald) : \u201eDie gesamte Presse des Inlands und des Auslandes betonen die \u00a0\u00fcberragende Pers\u00f6nlichkeit unseres Pr\u00e4sidenten.\u201c<\/p><p><strong>Ohne Toleranz<br \/><\/strong>Die \u201egro\u00dfe\u201c Politik hatte sich nach den Friedensvertr\u00e4gen jedoch nicht gem\u00e4\u00dfigt, sie hat keinen Weg zu Toleranz und gegenseitiger Achtung finden k\u00f6nnen. Im Gegenteil, in vielen Teilen Europas kam es zu unheilvollen Radikalisierungen, teilweise zur Errichtung von Diktaturen und autorit\u00e4ren Regimes. Und selbst dort, wo man sich nach au\u00dfen zu einer republikanischen Demokratie bekannte und moralische Anspr\u00fcche erhob, war man nicht bereit, im Inneren Zusagen einzuhalten, die man im Rahmen der Friedensverhandlungen gemacht hatte.<\/p><p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dr.\u00a0Othmar Hanke<br \/><br \/><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-292a32b elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"292a32b\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-6663e03\" data-id=\"6663e03\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-ffe9cb6 elementor-widget-divider--view-line elementor-widget elementor-widget-divider\" data-id=\"ffe9cb6\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"divider.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-divider\">\n\t\t\t<span class=\"elementor-divider-separator\">\n\t\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5.1Die Grenze ( 1919 &#8211; 1938 ) Am 25. 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