6.5
Das Jahr 1942 – Glocken abgeliefert

Die Beichtwoche war während der Passionswoche, der Besuch unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, „da ich hier noch unbekannt war.“

Kirchenbeitrag
Der Kirchenbeitrag wurde in der Pfarrkanzlei nach den Vorschriften über Einkommen und Vermögen eingehoben. Manche mussten dazu überredet werden. Probleme gab es auch durch den häufigen Wechsel des Mesners, auch Organisten und Ministranten waren schwer zu bekommen. Von Rom kam Dispens, man durfte auch ohne Messdiener zelebrieren.
Bronzeglocken abmontiert
Wie im ersten Weltkrieg wurden die Bronzeglocken beschlagnahmt. Gerade vor den Osterfeiertagen war es Aufgabe der Glockengießerei Perner in Budweis, die die Glocken geliefert hatte, sie abzumontieren. Nur das Sterbeglöcklein und eine eiserne Glocke aus dem Weltkrieg durften zurückbleiben.

Jugendsonntag, Pius XII 25 Jahre Bischofsweihe
Die Maiandachten waren besser besucht, vor allem an den Sonntagen. Da am Dreifaltigkeitssonntag das Sportfest der „D. Jugend“ (DJ = Deutsche Jugend)  gefeiert wurde, wurde der Jugendsonntag auf den 10. Mai vorverlegt. Gleichzeitig wurde das 25jährige Bischofsjubiläum von Papst Pius XII. begangen. Die Glaubensfeier wurde um 8.00 Uhr abends nach dem vom Seelsorgeamt herausgegebenen Programm gefeiert: Marienlied, Papstansprache, Muttergottesanrufungen, Weihelitanei, Treuegelöbnis, Lied, Huldigung, Aussetzung, Te Deum, feierlicher Segen.

Fronleichnam ohne Vereine
Das Fronleichnamsfest wurde auf den folgenden Sonntag verlegt, am Fronleichnamstage selbst war die Abendmesse gut besucht. An der Prozession beteiligten sich, der Zeit entsprechend, ein großer Teil der Bewohner, Musik und Vereine waren nicht ausgerückt.

Wallfahrt
Am 24. Juni 1942 ging wie alle Jahre eine Wallfahrt von Hüttenhof zur Gutwasserkirche in Oberplan.

Firmung
An der Firmung in Oberplan am 12. Juli 1942 nahmen 39 Kinder aus Glöckelberg teil. Am Tag vorher hatte der Bischof der Pfarrkirche und dem Pfarrhof einen kurzen Besuch abgestattet.
Im August half ein Priester aus Mähren aus, der hier seinen Urlaub verbrachte. Es gefiel ihm hier sehr gut, nur „der Eifer im religiösen Leben ist hier nicht sehr groß“.

Religionsunterricht nach 1 ½ Jahren
Mit Beginn des neuen Schuljahres durfte nach 1 ½  Jahren wieder Religionsunterricht  in der Schule erteilt werden.
Sehr schwacher Besuch war am Christkönigsfest, dem Jugendsonntag, ebenso die Jugendandacht am Abend.
Der Winter begann mit viel Schnee, der aber bald abtaute. Es reichte, das Holz aus den Wäldern zu bringen. Im März war es so schön, dass die Blumen sich zeigten. Kalt war es im Mai und Juni.
Der Kirchbesuch zur Mette war besser.
Volksbewegung 1942 : 33 Taufen, 6 Eheschließungen, 15 Begräbnisse.

     Dr. Othmar Hanke